Keine ZEIT für nichts

Führung braucht Ruhe und Zeit zum Denken.

Das Jahr 2020 ist schon ein paar Tage alt. Halten die guten Vorsätze vom Jahreswechsel noch? Gesünder essen, im Fitnessstudio anmelden, ein Buch lesen. Check! Läuft! Super. Wie läuft es im beruflichen Alltag? Stimmt, da wollte ich ja … auf mich achten. Zum Jahresende gab es viele Worte und liebe Grußkarten. Immer wieder nehme ich wahr: Zeit der Besinnung, Zeit für Familie, Zeit für Erholung. Manch eine oder manch einer denkt auch an Zeit zur Selbstreflexion, zumindest im Privaten; an Zeit für sich selbst.

Zeit ist immer wieder ein zentrales Thema, denn Zeit ist nahezu die einzige Konstante in unserem Ökosystem, gegen die alles ins Verhältnis gesetzt wird. Weltweit. Wie sieht es in unserem Berufsalltag aus? Wann reflektiere ich mich? Wie führe ich mich selbst? Kürzlich las ich eine Studie, die exakt zu meinem frühen Managementzeit-Ich passt: Gut 70 % der Arbeitszeit werden in Meetings, circa 25 % mit digitaler Kommunikation verbracht und der kleine Rest kann dann strategischen oder Leitungsthemen gewidmet werden.

Aktion, Aktion, Aktion! Tue ich die richtigen Dinge?

Hohe Drehzahl, noch mehr Termine, kurzfristige Telefonkonferenzen. Ein wenig mehr geht noch. STOPP. Auch wenn KPIs und mehr Produktivität gefordert sind, so steht der Mensch im Mittelpunkt aller Führungsarbeit. Wie gehe ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen um? Wie begeistere ich sie oder wie erkläre ich Ihnen die neuen Vorhaben? Welche Ansprache wähle ich? In welcher Stimmung sind sie gerade? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Und dann bin ich ja selbst auch noch da: ein Mensch.

Wie führe ich mich selbst durch den hektischen Alltag? Jeden Tag zehn Minuten über Führung, über Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachdenken? Ja, das geht. Die Frage, was man als Führungskraft noch alles tun soll, wäre hier nicht gut gewählt. Zehn Minuten der eigenen „executive time“ zu nutzen oder aus anderen Terminen herauszuschälen? Das sind etwa zwei Prozent der täglichen Arbeitszeit. Das ist schaffbar.

Selbstreflexion und Ruhe

Wichtig für mich ist dabei, diese Zeit in absoluter Ruhe zu verbringen, mich durch nichts und niemanden ablenken zu lassen! Keine Störungen zulassen, PC-Bildschirm sperren, kein Telefonat, keine Musik. Dann wirkt es gleich als wäre es doppelt so lange. So gestärkt und fokussiert in den Tag und an die nächsten Aufgaben zu gehen, gleicht die scheinbar verlorene Zeit schnell aus.

Probieren Sie es mal aus. Setzen Sie sich zehn Minuten ohne Ablenkung in einen stillen Raum. Können Sie die Gedanken zählen, die Ihnen durch den Kopf schießen? Es wirkt wie ein Kurzurlaub im hektischen Berufsalltag.

 

Führung MACHT Kultur.

Ihr Axel Beims